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BÜFFEL by Tie

Aktualisiert: 12. Feb.

Die ersten 6 Zeilen des Tracks entstanden schon 2024 bei einer Jam-Studiosession mit Twan und auf einen ganz anderen Beat…


Unbewusst entstand der Track basierend auf zwei komplett gegensätzlichen Philosophien. Ein Teil des Tracks entstand nach dem Credo etwas so stehen zu lassen wie es einem gerade einfällt, der andere Teil entstand basierend auf dem Niederschreiben bereits länger vorherrschenden Gedanken.

Musik sollte Spaß machen und man sollte sich nicht zu sehr bei jeder einzelnen Zeile verkopfen, das war die Marschrichtung für den Ursprung der ersten 6 Zeilen. Hintergrund war der, dass mein Kollege Twan und Ich nach einer Studiosession, für die man nur ca. 3 Stunden Zeit hatte, mit einer fertigen Aufnahme nach Hause gehen wollten. Ich hatte mich bewusst dieser Drucksituation ausgesetzt, um zu sehen, wie schnell ich tatsächlich einen Text schreiben und aufnehmen kann, wenn die Zeit limitiert ist. Nach langer Abstinenz in einem Musikstudio, war das eine total ungewohnte Herangehensweise für mich.

Während Twan dann zuerst den Beat gemacht hat, habe ich bereits angefangen zu schreiben. Und tatsächlich ist dann genau das eingetreten, was ich nicht wollte, ich habe mich 2 Stunden lang verkopft und mir sind erst in der letzten Stunde 6 Zeilen eingefallen. Diese mussten dann ja auch noch aufgenommen werden. Sprich wir haben wie ursprünglich geplant, einfach das recordet was ich nach 3 Stunden hatte. Auch wenn ich da nicht wirklich mehr ausgesagt habe, als dass mir in dem Moment nichts eingefallen ist.


Was soll da schon einem einfallen, außer in den Beat einzufallen/

Weiß Gott was zu erzeugen, Hauptsache ein Gedicht aufzuschreiben/



Eye-level view of a vibrant art installation

Also dachte ich mir, ich lasse die ersten 6 Bars so stehen und knüpfe einfach an.


Zuhause in aller Ruhe und ohne Druck kommt dann in der Regel etwas mehr Magic und Message ins Spiel, Dinge, die ich schon immer mal ansprechen wollte, für die ich aber nie richtigen Wörter fand, sprudelten einfach so aus mir heraus.


Versuch lediglich das hier und jetzt zu genießen/

Während mein pseudo-eloquenter Sprech Komplexen entsprießt/


Diese Line beschreibt den Drang eines Post-Ostlers sich eloquent auszudrücken, um zu beweisen, dass man die Sprache mindestens genauso gut beherrscht wie ein Native-Speaker. Dieser Anspruch ist jedoch nicht nur Stärke, sondern ein Spiegel für toxische Muster zwischen Anpassung und Authentizität.


“als Büffel nicht einfach, denn man müffelt nach Schweiß/

was einem in wohlduftenden Kreisen oft keinen Titel verleiht/”


Diese Line soll eigentlich beschreiben, dass der steinige Lebensweg eines Büffel Spuren hinterlässt und einem den Zutritt zu bestimmten Kreisen doppelt erschwert. “Schweiß” steht hier für den Hustle oder für Dinge zu welchen das Leben einen nötigt, wenn man schon sehr früh lernt für sich selbst Verantwortungen zu übernehmen, ohne wirklich zu wissen wie das gehen soll. Wenn die Eltern bei einem Neustart in einem neuen Staat gezwungen sind zu schichten, damit Essen auf dem Tisch steht, bleibt Ihnen in der Regel wenig Zeit für eine pädagogisch-orientierte Erziehung.

Und aus diesem Mangel heraus, resultieren eben auch Fehler – Jugendsünden als Folge einer gewissen Wut und Verbitterung, die dir die Fähigkeit nimmt deine Emotionen zu regulieren - und wonach du heute eben immer noch bewertet wirst, obwohl du nicht wirklich was für die Umstände konntest. Das ist der Schweißgeruchder dir in wohlduftenden Kreisen oft keinen Titel verleiht bzw. dir den Zugang zu ihnenerschwert. 


“Mache mir deswegen nicht meinen Spiegel zum Feind/

denn am schönsten Ist’s, wenn dann doch mal real, real recognized/”

steht dann dafür, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und nicht aufzugeben, weil der“Schweiß” dich wiederrum Ausdauer, Beharrlichkeit oder eine gewisse Kreativität in der Problemlösung lehrt und dass man darauf vertrauen kann, dass die “Echten” das erkennen undmit dir gemeinsam Türen „eintreten“. 

Nachdem nun 20 neue Bars geboren waren, die sich im Laufe der Zeit für verschiedene Cyphers und Open-Stages eigneten, existierte aber nach wie vor noch keine Aufnahme des vollständigen Textes


Bei einer Studiosession im August 2025 für einen ursprünglich anderen, bereits fertiggeschriebenen Track mit Ledrum James, entstand dann spontan der Track „Büffel“…



Da unsere Zeit auch bei dieser Session auf 3 Stunden limitiert war, entschied ich mich, sicheigentlich nur mit dem Text von „Büffel“ aufzuwärmen, um so schnell wie möglich ready zu sein für die Aufnahme des anderen Tracks. Wir fanden die Aufwärmrunde dann aber schon so „fire“, dass Ledrum vorschlug, spontan einen Beat zu basteln. Und so suchten wir schnell ein Sample und Ledrum ließ seine Magie spielen, so dass ad hoc ein bombastischer, maßgeschneiderter Beat für den „Aufwärmtext“ entstand. Ich habe das in dem Moment so sehr gefühlt, dass der Track nach einem Take im Kasten war. In der Zwischenzeit haben sich noch 2 andere Freunde im Studio eingefunden, die uns noch ein bisschen Feedback zum Arrangement gaben, bevor der Track dann endgültig stand.

Am Ende fehlte nur noch eine Sache: „Wie heißt der Track eigentlich?“ fragte einer meiner Freunde und ich antworte total intuitiv: „Büffel!“

Denn die Idee, die Charakterzüge eines Büffels (geduldig und ausdauernd, aber manchmal auch toxisch-stoisch und kompromisslos) in einem Track zu thematisieren, entstand als ich mich mit meinem chinesischen Sternzeichen auseinandergesetzt habe, nachdem meine Tochter, ebenfalls im Jahr des Büffels, geboren wurde. Und in diesem Moment im Studio, ist mir aufgefallen, dass ich das mit meinem Text ja bereits die ganze Zeit gemacht hatte.


Nachdem Janek schon im Mai bei einem Live-Gig auf mich aufmerksam wurde…

und ich im Anschluss des Öfteren immer wieder mal im Schaufenster11 am Mikrofon stand, haben wir uns auf Basis gegenseitiger Wertschätzung und einem gemeinsamen Kunstverständnis entschieden ein Video zu „Büffel“ zu drehen. Vom ersten Gespräch, über den Dreh, bis zur Fertigstellung, dauerte es nur 5 Tage bis das fertige Ergebnis stand. In Vergangenheit hat man sich aus dem Sterben nach Perfektion so lange verkünstelt, dass viele tolle Projekte erst gar nicht veröffentlicht wurden. Und hier hatten wir uns entschieden eine ganz andere Strategie und Philosophie zu verfolgen: Das Momentum nutzen, mit dem Flow gehen, sich nicht zu lange verkopfen und einfach raushauen. So entstand eine kraftvolle Symbiose aus Rap, Beat und Bild – pure craftmanship!

Mach Kunst und hau sie einfach raus! Auch wenn sie nicht perfekt ist, ist sie meistens gut genug so wie sie ist und irgendjemand da draußen braucht sie. Das ist die Message hinter dem Gesamtprojekt!



Hier gibts das Video


 
 
 

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